Wien, der Glanz einer alten barocken Zeit. Das Zentrum klassischer Musik. Das Wunder der Wiener Moderne. Die einzigartige Stadt verzauberte mich bereits im Sommer 2014. Seitdem wuchs meine Sehnsucht und ich entschied mich diese voller Stolz glitzernde Stadt wieder zu sehen, wieder zu fühlen, wieder zu spüren. Ein weiteres Mal schloss ich wundervolle Momente ins Herz. In Österreich habe ich neue Erfahrungen im persönlichen, sozialen sowie im künstlerischen Bereich gesammelt – denn in meinem Herzen war noch eine Menge Platz für weitere wundervolle Momente.

Ich entschied mich bewusst für ein Auslandspraktikum. Ich bin in Berlin geboren und aufgewachsen und wollte die Chance nutzen, eine weitere Stadt kennen zu lernen. Bereits während meiner Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste, Fachrichtung Archiv absolvierte ich ein Praktikum in London. Damals lernte ich die britische Kultur kennen und beschloss, während des Studiums an der FH Potsdam in der Zeit eines Praktikums nicht in Berlin zu bleiben. Gerade in der heutigen Zeit können wir Studierende die Chance nutzen, als Europäer zusammen zu kochen. Die gemeinsame Geschichte verbindet und bietet viele interessante Möglichkeiten – Länder, Städte, Menschen kennen zu lernen.

Österreich erlebte in der Geschichte nicht nur glanzvolle Tage. Bei der Annektierung im Jahre 1938 wurde ein großer schwarzer Schatten über das Land geworfen. Die rechtliche Existenz des österreichischen Staates wurde durch die Nationalsozialisten genommen. Doch nicht alle Bürger akzeptierten diesen Anschluss und leisteten Widerstand. Diesen mutigen Schritt gingen nur wenige, sodass diese Erinnerung in der Gesellschaft nicht vergessen werden darf. Ich entschied mich bewusst für das „Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes“ – diese 1963 gegründete Stiftung sammelt, archiviert und wertet wissenschaftlich Thematiken wie den Widerstand und die Verfolgung, NS-Medizinverbrechen sowie Rechtsextremismus nach 1945 aus. Ich wollte helfen, zu erinnern. Des Weiteren habe ich mich fachlich weiter entwickelt und neue differenzierte Ansichten zur Erschließung von Archivgut erlangt. Auch habe ich mich in der Bestandspflege weiterentwickelt. Neue Techniken im Bereich der Prävention sind besonders von Vorteil, da ich diese auch im späteren Berufsleben anwenden kann.

Während meines Aufenthaltes in Wien lernte ich neue Freunde kennen. Zusammen unternahmen wir Ausflüge in den Wiener Wald oder kochten zusammen. Ich wurde in die Zubereitung des berühmten Wiener Schnitzels mit Erdäpfelsalat eingeweiht. Der Kaiserschmarrn als bekannte Mehlspeise durfte als Dessert natürlich nicht fehlen. Sehr lecker! Durch den engen freundschaftlichen Kontakt mit Österreichern fiel mir natürlich auf, dass gewisse Verhaltensformen und Vokabulare sich von dem der Berliner unterschieden. Große Sprachbarrieren gab es jedoch nicht. Und schnell merkte ich, dass ich unbewusst einige Vokabulare annahm und selbst in meinen Wortschatz aufnahm.

Meine wunderbare Zeit in Wien werde ich zeitlebens nicht vergessen.

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